Um was geht es dem Bürgermeister eigentlich bei seinem Handeln?

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Stellungnahme des Bürgermeisters / meine Stellungnahme
Datum: Fri, 27 Jun 2008 16:38:49 +0200
Von: H. G. Scheffer
An: [VL230] Ratsmitglieder
CC: Wollbrink, Bruno

Liebe Ratskollegen,
verehrte Ratskolleginnen,

bezugnehmend auf das heutige Rundschreiben des Pressesprechers der Stadt Herford i.S. Wollbrink, Dr. Böhm, Werner ./. Scheffer möchte auch ich mich nachstehend kurz äußern:

Abgesehen davon, dass es vorliegend überhaupt nicht um einen von mir erhobenen Vorwurf der Korruption geht, manifestiert die Mitteilung des Bürgermeisters der Stadt Herford, dass dieser nicht bereit ist, die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Bielefeld und damit der für die Bearbeitung von strafrechtlichen Ermittlungsverfahren allein zuständigen und kompetenten Behörde zu akzeptieren.

Insoweit stellt sich die Frage, um was es dem Bürgermeister bei seinem Handeln, das ja von der Sorge um das „Miteinanderumgehen in den kommunalpolitischen Gremien“ geleitet sein will, eigentlich geht?!

Mit besten Grüßen
Ihr / Euer
Heinz-Günther Scheffer

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: Verfahren gegen das Ratsmitglied Heinz-Günther Scheffer
Datum: Fri, 27 Jun 2008 15:10:12 +0200
Von: „Schilling, Dr.René (Stadt Herford)“
An: [VL230] Ratsmitglieder

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Kenntnis sende ich Ihnen die Stellungnahme, die Bürgermeister Bruno Wollbrink auf Anfrage der NW gestern Abend zum o.g. Verfahren abgegeben hat.

Mit freundlichen Grüßen
René Schilling

Zur Mitteilung der Staatsanwaltschaft, dass das von der Stadt Herford angestrengte Verfahren gegen das Ratsmitglied Heinz-Günther Scheffer eingestellt worden ist, teilt Bürgermeister Bruno Wollbrink mit:

Diese Entscheidung der Staatsanwaltschaft ist für mich nicht nachvollziehbar. Es ist nicht akzeptabel, wenn ein Ratsmitglied Korruptionsvorwürfe gegen die Verwaltung und private Architekturbüros erhebt und dafür nicht den Beweis antreten kann. Als Dienstvorgesetzter habe ich gegenüber meiner Verwaltung eine Fürsorgepflicht.

Es geht schließlich um die Wahrung der politischen Kultur und des Miteinanderumgehens in den kommunalpolitischen Gremien.

Grundlage für die Entscheidung, gegen Herrn Scheffer Anzeige zu erstatten, war ein eindeutiges juristisches Gutachten der Anwaltskanzlei Dr. Binder und Partner.

Das weitere Vorgehen wird gemeinsam mit der beauftragten Anwaltskanzlei geprüft.

Dr. René Schilling
Pressesprecher
Stadt Herford

Ratsherr Scheffer erhält Freibrief aus Bielefeld

BildStaatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und übler Nachrede ein

VON JOBST LÜDEKING

Herford. Zwei Wochen nachdem Bürgermeister Bruno Wollbrink über die Strafanzeige wegen Beleidigung gegen Heinz-Günther Scheffer, Ratsherr und damals noch Chef der Liste 2004, berichtet hatte, ist die Anzeige wieder vom Tisch. Unter Verweis auf die Meinungsfreiheit stellte die Staatsanwaltschaft Bielefeld das Verfahren gegen den Ratsherrn ein und erteilte damit Scheffer einen Freibrief: Der hatte – nach eigenen Angaben unter Verweis auf ein angebliches Zitat von Ex-Bürgermeister Thomas Gabriel – gesagt, in Herford sei es „ganz normal“, dass Planungsaufträge an Architekten nach deren Parteibuch vergeben würden.

Das sei in ganz Herford ohnehin bekannt. Zu dem Vorfall war es während einer Bauausschuss-Sitzung im März gekommen. Wollbrink stellte sich vor die Mitarbeiter der Verwaltung und ließ zunächst rechtliche Schritte und zeitgleich von Experten das Bauamt prüfen. Das Ergebnis: Es gibt dort nicht die behaupteten Unregelmäßigkeiten. Am 12. Juni wurde wegen Beleidigung und übler Nachreden Anzeige erstattet.

Scheffer behauptete, er werde in den Protokollen falsch zitiert. Es könne nicht sein, „dass in der politischen Auseinandersetzung keine Kritik mehr geäußert werden darf“. Dem Argument der Meinungsfreiheit schloss sich die Staatsanwaltschaft Bielefeld an, die unter Verweis auf die politische Auseinandersetzung das Verfahren einstellte. Wollbrink nannte diese Entscheidung gestern „nicht nachvollziehbar“. Es wurde Beschwerde eingelegt. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter der Verwaltung ohne Beweise der Korruption bezichtigt werden dürften.

‚Liste 2004‘ rüstet zur Kommunalwahl 2009!

BildHerford, 23. Juni 2008 Positiv fiel die Bilanz des Vorsitzenden Ralf Weickenmeier eingangs der Mitgliederversammlung der zur Kommunalwahl 2004 gegründetenListe 2004 – Initiative für Herford” am Montagabend im Herforder Ratskeller aus.

Die unabhängigen Ratspartei stellt sich inzwischen bereits im fünften Jahr mit großem Elan der Aufgabe, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Herford in den städtischen Entscheidungsgremien aufzugreifen und nach Kräften zu vertreten.

„Dieser nicht immer leichten Aufgabe werden wir uns auch künftig stellen” so Weickenmeier. „Wir Bürgerinnen und Bürger wollen nicht permanent vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Vielmehr wollen wir uns frühzeitig in die Planungs- und Entscheidungsmechanismen der städtischen Gremien einbringen können, wie dies vom Herforder Bürgermeister laufend als wünschenswert propagiert wird.”

Dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden folgten die üblichen satzungsgemäßen Regularien. Auch Nach- und Ergänzungswahlen sah die Tagesordnung des „großen Parteitags“ vor.

Im Amt des Vorsitzenden wurde erneut Ralf Weickenmeier bestätigt. Ab sofort steht ihm – in der Nachfolge Heinz-Günther Scheffers – Daniel Brumberg als stv. Vorsitzender zur Seite. Scheffer, einst einer der beiden Gründer der „Liste“ will sich – nach dem Ausscheiden Regina Hensels im November 2005 – ab sofort ganz auf die unermüdliche Arbeit im 44-köpfigen Herforder Stadtrat konzentrieren. Gleichwohl gehört er als kooptiertes Vorstandsmitglied auch weiter dem Parteivorstand der unabhängigen Ratspartei an.

Kassierer ist auch künftig Heiko Krüger. Tobias Benzin ist weiterhin Schriftführer und Webmaster der Ratspartei.

Den erweiterten Vorstand bilden die Beisitzerinnen, bzw. Beisitzer Viola Brumberg, André Krüger und Doris Scheffer.

Kassenprüfer waren bisher Margret Fleßner und Daniel Brumberg. Künftig wird die Kasse von Edeltraut Vogel und Heinz-Günther Scheffer geprüft.

Die satzungsgemäß geforderte 3-köpfige Schiedskommission besteht aus den Parteimitgliedern Volker Pallatzky, Wolfgang Vogel und Klaus Zaborowski.

Im Rahmen der Vorschau zur politischen Arbeit der unabhängigen Ratspartei ging es, neben dem mit schwarz-grüner Mehrheit verabschiedeten Haushaltsplan 2009, erwartungsgemäß erneut auch auch um das Festhalten von CDU und Bündnis 90/DIE GRÜNEN am „scheibchenweise“ Ausbau des Walls und des neuerlichen „Wallstegs“ sowie um die aktuell umstrittene Baumaßnahme im Bereich des Radewiger Wehrs und des Aawiesen-Parks.

Ratsmitglied Heinz-Günther Scheffer merkte zum Thema „Wall“ kritisch an, dass die Verwaltung aktuell gar zusätzlich teure Gutachten bei einem Hannoveraner Büro in Auftrag gegeben habe. Geprüft worden ist dort die Bevorrechtigung zur Querung von „Radlern“ auf dem Wall gegenüber dem kreuzenden fließenden öffentlichen Straßenverkehr.

Auf Kritik stieß auch die von Bürgermeister Bruno Wollbrink propagierte sogenannte „Bürgerkommune“. Hier solle den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Herford lediglich der Eindruck einer aktiven Einbeziehung vermittelt werden.

Bezüglich der Innenstadtentwicklung dränge hingegen die von Ratsmitglied Scheffer bereits im Juni 2006 mit der ITG Düsseldorf erfolgreich eingefädelte überfällige Kaufhof-Lösung.

Dies gelte gleichermaßen für die Realisierung des Stadt- und stiftsgeschichtlichen Museums. Eine Stadt der Größenordnung Herfords mit deutlich unter 100.000 Einwohnern benötige mehr als ein so genanntes „Alleinstellungsmerkmal“. Es mache daher Sinn, endlich auf die Einmaligkeit der Herforder Stiftsgeschichte aufzusetzen.

Um die Arbeit der unabhängigen Ratspartei im Rat sowie in den Fachausschüssen und Beiräten zu optimieren, forderte der Parteitag den Vorstand erneut auf, das zweite zur Kommunalwahl 2004 errungene Ratsmandat der Reserveliste der Ratspartei Liste 2004 – Initiative für Herford” zurück zu holen und damit den auf Anhieb gemeinsam erkämpften Fraktionsstatus zurück zu gewinnen.

Anspruch auf das derzeit von der im November 2005 ausgeschiedenen Regina Hensel blockierte zweite Ratsmandat hat – entsprechend der Reserveliste der „Liste 2004“ – Klaus Zaborowski.

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