Neben Kostendisziplin ist ein behutsames Vorgehen gefragt!

Bei der Umgestaltung des neuerlich wasserbespielten Linnenbauerplatzes ist – neben strikter Kostendisziplin – ein besonders sensibles Vorgehen gefragt.

Schließlich ist allen Verantwortlichen hinlänglich bekannt, dass wir es hier mit dem offiziellen Bodendenkmal „Mühlengericht“, darunter die Mühle der Familie „de Molendino“ (von der Mühle) aus der Zeit um 1360, zu tun haben.

Mehr als Fingerspitzengefühl erfordert da der bisher nicht weiter bekannte Umstand, dass – abweichend von früheren Plänen – die dem Platz das künftige Wasser spendenden beiden Zisternen neuerlich innerhalb des beurkundeten Bodendenkmals „Mühlengericht“ eingebaut werden sollen.

Schließlich ist das Bodendenkmal – lt. Beurkundung und offizieller Beschlusslage – insgesamt zwingend ungestört zu erhalten.

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Platzierung der Zisternen – gem. Urkataster- im Bereich einer ehemaligen „Rampe“ zwischen den Gebäuden, deren Fundamente erhalten sind, verfügt worden ist.

„Man muss hier einfach abwägen“, so der Historiker Dr. Otfried Ellger vom LWL in Münster. Ellger war heute eigens von Münster angereist, um den örtlichen Befund persönlich in Augenschein zu nehmen und weitere Entscheidungen bzgl. des ebenso umfangreichen wie bedeutsamen Fundmaterials zu treffen. Sodann könne die örtlich eingesetzte Baufirma ihre Arbeiten – unter strikter Beachtung der denkmalpflegerischen Belange – wieder aufnehmen.

Spätestens sobald die Baugrube für die Zisternen vollständig ausgehoben worden sei, erfolge – unabhängig von der laufenden Begleitung durch die vorgesetzte Denkmalbehörde in Münster – eine weitere örtliche Inaugenscheinnahme.

Bzgl. des Bodendenkmals bestehe öffentliches Interesse heißt es in der Unterschutzstellung des Bodendenkmals „Mühlengericht“.

Die Einbauten innerhalb des vollflächigen Bodendenkmals stellen selbstverständlich sowohl einen Eingriff in das Denkmal als auch eine Veränderung des Bodendenkmals dar.

Dass die Information darüber – trotz des beurkundeten öffentlichen Interesses – erst nachträglich erfolgt, wirft Fragen auf. Die Vertreter der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Herford – besonders die zuständigen Beschlussgremien – werden sich damit zu befassen haben.

Heinz-Günther Scheffer

 

Verhältnismäßigkeit der Mittel wahren!

Die unabhängige Ratspartei „Liste 2004 – Initiative für Herford“ hat sich per 20. Juni 2007 dazu entschlossen, der „Mobilmachung“ unter der Schirmherrschaft Bürgermeister Bruno Wollbrinks (SPD) nicht beizutreten, um den „Marsch“ der ursprünglich kleinen Randgruppe auf diese Weise nicht auch noch entsprechend zu exponieren (siehe entsprechende Pressemitteilung).

„Wir sind weiterhin der Meinung, dass in diesem Fall die Erkenntnis, die so genannte Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren, obsiegt haben sollte“, sagt Ratsmitglied Heinz-Günther Scheffer. „Damit soll die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreicher Gruppen, gerade morgen gegen Extremismus auf die Straße zu gehen, nicht etwa im Grundsatz kritisiert werden.“

Man sehe sich aber auch in besonderem Maße an der Seite der Bürgerinnen und Bürger, die kein Verständnis dafür haben, dass natürlich u.a. die Gefahr besteht, dass sich Herford mit den groß angelegten „Gegenmaßnahmen“ – mit dem Blick in die Zukunft – gar einen Namen in extremen Kreisen macht.

Hinzu komme, dass der verurteilte Sven Kahlin, dem das Interesse der Randgruppe gelte, längst nicht mehr in der JVA Herford inhaftiert sei.

Habe man den Appell des örtlichen Polizeidirektors Bernd Stienkemeier anläßlich des Erstgesprächs beim Bürgermeister beherzigt, habe morgen u.U. niemand um die örtliche Sicherheit besorgt sein müssen. Es müssten nicht weit über 1.000 Polizeibeamte aus ganz NRW ausgerechnet in Herford zusammen gezogen werden.

Unabhängig davon spreche natürlich nichts gegen friedliche Demonstrationen gegen Extremismus jeglicher Art.

Dass man sich allerdings gar dafür rechtfertigen müsse, sich – an der Seite der Bürgerinnen und Bürger – auf alternative Weise einzubringen, und nicht dem Aufruf des Herforder Bürgermeisters zu einer gigantischen Demonstration zu folgen, werfe ebenfalls Fragen auf.

 

Kein Aus für das ‚Museum am Münster‘!

BildSeitens Ernstmeier stehen also zur Zeit „nur“ (1.000.000,00 +1.600.000,00 =) 2,6 Mio zur Verfügung.

Ist das nichts? Ist das nicht ein solider Grundstock für ein solches Projekt, für das die Stadt Herford in ihrer Gesamtheit verantwortlich ist?

Gibt es denn in Herford wirklich nur einen einzigen Mäzen dafür, die Herforder Stadtgeschichte sowie die einmalige Stiftsgeschichte angemessen zu präsentieren und erlebbar zu machen – nämlich den verstorbenen, stets weitsichtigen Dieter Ernstmeier?

Wer hat sich – neben dem Geschichtsverein – bis heute überhaupt aktiv um weitere Sponsoren bemüht? Welche Erfolge sind diesbezüglich zu verzeichnen?

Was berechtigt uns, allen voran die Akteure, eigentlich dazu, stets – wie das Kaninchen auf die Schlange – ausschließlich auf die Dieter-Ernstmeier-Stiftung zu schauen, diese allein in die Pflicht zu nehmen zu versuchen und nach Möglichkeit auch noch die finanzielle Haftung in Form einer Garantieerklärung zu fordern?

Wie unsicher eine solche Basis wäre, darf doch bitte schön als jedermann bekannt unterstellt werden.

Insofern hat sich durch die nachvollziehbaren Ausführungen Kurt Hubers zum rechten Zeitpunkt nichts geändert.

Dieter Ernstmeier hat einen wichtigen Impuls gegeben und mit seiner großzügigen Anfinanzierung die Basis geschaffen.

Wir alle sind unserer Stadt verpflichtet und somit gefordert. Auch daran hat sich nichts geändert.

Heinz-Günther Scheffer