Vier-Sterne-Hotel in Sichtweite

Von Peter Schelberg (Herforder Kreisblatt)

Vier-Sterne-HotelKlare, reduzierte Architektur und hochwertige Materialien prägen den geplanten Neubau eines Vier-Sterne-Hotels auf dem Gelände zwischen Elsbachhaus, Parkhaus und Ruben-Fabrik, wie diese Computeranimation des Herforder Büros »Archwerk« veranschaulicht.

Herford (HK). Seit zehn Jahren wird über den Bau eines neuen Hotels in Herford verhandelt – nun rückt die Realisierung offenbar in greifbare Nähe: Im HVV-Aufsichtsrat werden heute die Pläne für ein vierstöckiges Vier-Sterne-Hotel auf dem Areal zwischen Elsbachhaus und Ruben-Fabrik vorgestellt.

Eine Investmentgesellschaft aus Hamburg will den Hotelneubau für etwa 16 Millionen Euro errichten. Der Aufsichtsrat der Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs-GmbH entscheidet heute über den Abschluss der bereits ausgehandelten Kaufverträge für das 3500 Quadratmeter große Grundstück – dem Vernehmen nach zum Quadratmeterpreis von 135 Euro. Das ergäbe einen Kaufpreis von knapp 500000 Euro. Käufer wäre nach Informationen des HERFORDER KREISBLATTES die Devello Verwaltungs GmbH & Co. KG in Haffkrug, die das Grundstück von der Objektgesellschaft Elsbach Areal übernähme.

Zurzeit liefen noch die Verhandlungen mit dem künftigen Hotel-Betreiber, sagte gestern auf Anfrage Karsten Monke, Inhaber des Herforder Büros »Archwerk«, das die Pläne erarbeitet hat: »Es handelt sich um eine renommierte internationale Hotelgesellschaft, die in Herford ein Vier-Sterne-Marken-Hotel eröffnen will.« Auf den insgesamt 9000 Quadratmetern Nutzfläche sollen 136 Zimmer entstehen – darunter 15 Suiten, die als Boarding-House beispielsweise auch für Führungskräfte von Unternehmen geeignet wären.

Im Kellergeschoss ist ein großer Wellness-Bereich geplant mit Schwimmbad, Sauna und Fitnessräumen. Ein Restaurant im Erdgeschoss mit 150 Plätzen und Bar soll auch externen Gästen zur Verfügung stehen. Die Schulungs- und Seminarräume sind für Kleingruppen ebenso geeignet wie für Kongresse und andere größere Veranstaltungen. Mit dem Neubau – sollte er realisiert werden – würde eine seit vielen Jahren immer wieder vorgetragene Forderung von Wirtschaftsförderern und heimischen Unternehmen erfüllt. »Mein erster Hotelentwurf für diesen Bereich stammt aus dem Jahr 2003«, veranschaulichte Karsten Monke (40), dessen Archwerk-Büro in Herford unter anderem die Musikschule und das Bürohaus an der Schillerstraße entworfen hat. Im vergangenen Jahr hatte die zur Warsteiner-Gruppe gehörende Welcome-Hotelkette ihre Neubau-Pläne in Herford auf Eis gelegt. Nun sei ein designorientiertes und modern gestaltetes Hotel geplant, dass den an das MARTa-Quartier gestellten Ansprüchen gerecht werde und natürlich auch äußerlich die Hochwertigkeit eines Vier-Sterne-Hauses widerspiegeln solle. Das Hotel solle in seiner sehr klaren und reduzierten Architektursprache mit hochwertigen Materialien, großen Glasfassaden und Fensterelementen das Pendant zum dekonstruktivistisch geprägten MARTa-Gebäude bilden, betonte Monke. Der 40-Jährige ist überzeugt: »Das Hotel wird vom ersten Tag an Platzhirsch sein. Wir haben im Herforder Bereich sonst kein Marken-Hotel mit entsprechenden Standards, das internationalen Firmen angeschlossen ist.«

Neben dem Büro Archwerk sind bei der Gestaltung des Neubau-Projekts der Herforder Designer Niko Ott und die Firma Moysig Retail Design von Dirk Moysig mit im Boot.

Der Kaufvertrag enthält eine Klausel, derzufolge der Kaufpreis erst gezahlt werden muss, wenn eine rechtskräftige Baugenehmigung vorliegt. Wird diese nicht bis zum 31. März 2011 erteilt, haben beide Seiten ein Rücktrittsrecht vereinbart.

Herforder Interessen im neuen mhv-Beirat gut vertreten

Herford, 21. April 2010   Konstituierende Sitzung des mhv-Beirates in Bad Oeynhausen 

In dieser Woche trat der neue Beirat der Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft (mhv) erstmalig in der neuen Legislaturperiode in Bad Oeynhausen zusammen.

Seit 1996 ist die mhv als Regieorganisation der Kreise Minden-Lübbecke und Herford sowie deren kreisangehöriger Gemeinden und Städte für die Planung, Organisation und Ausgestaltung des straßengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs zuständig.

Das Aufgabenspektrum umfasst u.a. die Bereiche Verkehrsplanung, Bestellung von Verkehren, Infrastrukturförderung, Marketing, die (Weiter-)Entwicklung eines flächendeckenden Kunden-informationssystems und künftig auch das Thema Wettbewerb im ÖPNV.

Neu gewählter Vorsitzender ist Georg Pohlmann (Spenge). Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde erneut Ulrike Harder-Möller (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Enger) gewählt.

Im Bereich der „Freien Interessengruppen“ des Beirates waren vier Plätze neu zu wählen.

Als ordentliche Mitglieder wurden Georg Pohlmann (Fahrgastverband und Bürgerbus, Spenge) und Matthias Scheiding (Fraktionsmitglied im Kreisverband der Freien Wähler, Herford) sowie als deren Stellvertreter Hajo Lübben (MobilAgenten, Bünde) und Heinz-Günther Scheffer (Vorsitzender der UWG Liste 2004, Herford) gewählt.

Mitglieder der Seniorenbeiräte sind Klaus Steinmetz (Vlotho) als ordentliches Mitglied und Bernd Wüstefeld (Herford) als stellvertretendes Beiratsmitglied.

Michael Büker (Kreistagsmitglied Bündnis 90/Die Grünen) möchte für die BUND-Kreisgruppe in den Beirat einziehen.

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung informierte mhv-Geschäftsführer Achim Overath den neu formierten Beirat unter anderem über die Situation sowie die Veränderungen im Bereich der fortentwickelten Nachtbus-/Discobus-Angebote. Ferner wurde der am 1. Mai 2010 startende, sonn- und feiertags verkehrende Ausflugsbus Vlotho-Herford-Spenge-Bünde vorgestellt. (Information und Fahrplan: www.Freizeitlinie-Kreis-Herford.de).

Overath berichtete im Beirat auch kurz zur Lage und Entwicklung im Bereich der Verkehrsbetriebe Minden-Ravensberg GmbH (VMR) Herford.

Weitere Informationen zur Organisation der mhv, zu ihren Aufgaben und Projekten sind im Internet unter www.mhv-info.de erhältlich.

Matthias Scheiding

Landrat Christian Manz (CDU) antwortet auf Scheffers Brief

Herford, 08. April 2010   Haushaltssicherung des Kreises Herford

Sehr geehrter Herr Scheffer,

ich bedanke mich für Ihr sehr engagiertes Scrheiben und bitte um Entschuldigung, dass ich erst heute dazu komme, Ihnen zu antworten.

Zu den gestellten Fragen nehme ich wie folgt Stellung:

  • Der Finanzplan des Kreises Herford weist 2010 letztmalig liquide Mittel in Höhe von 5,2 Mio. EUR aus. Ab 2011 weist diese Zeile nur noch Minusbeträge von -7,9 Mio. EUR (2010), -12,9 Mio. EUR (2012) und -12,0 Mio. EUR (2013) aus.
  • Die Ausgleichsrücklage beträgt laut Schlussbilanz 2008 am 31.12.2008 9,1 Mio. EUR. Hiervon werden voraussichtlich zum Ausgleich des Fehlbetrages 2009 2,5 Mio. EUR und 2010 4,6 Mio. EUR benötigt. Der Restbetrag von 2 Mio. EUR fließt in den Ausgleich des Fehlbetrages 2010. Somit ist die Ausgleichsrücklage in 2011 vollständig aufgezehrt.
  • Das Haushaltssicherungskonzept ist für den Zeitraum 2010 – 2013 aufgestellt. Wenn alle Annahmen auch in den Folgejahren 2011 – 2013 so eintreffen, wie jetzt veranschlagt, dann ist 2013 der Haushalt wieder ausgeglichen. Gem. § 76, Abs. 1 S. 1 und Abs. 22 S. 3 Gemeindeordnung NW ist im Haushaltssicherungskonzept der Zeitpunkt zu bestimmen, bis zu dem der Haushaltsausgleich wieder hergestellt ist. Ein genehmigungsfähiges Haushaltssicherungskonzept muss also „befristet“ sein.
  • Der Kreis Herford hat bereits im Rhamen seines letzten Haushaltssicherungskonzeptes 2006 – 2007 die freiwilligen Leistungen drastisch reduziert. Zwischen 2006 und 2010 wurden die freiwilligen Leistungen insgesamt um über 400 TEUR reduziert.
  • Die Verträge des Kreises Herford werden ebenfalls bereits im Rahmen des letzten Haushaltssicherungskonzeptes 2006 – 2007 kritisch betrachtet und ggf. gekündigt.
  • Zu den Konsolidierungsmaßnahmen verweise ich auf den Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes des Kreises Herford. Wenn Sie Interesse an diesem 63seitigen Dokument haben, lasse ich es Ihnen gern kurzfristig per Email als PDF-Dokument übersenden.

In der Hoffnung, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Christian Manz

Stadtrat Heinz-Günther Scheffer schreibt an den Landrat

Herford, 18. März 2010   Scheffer: „Es geht um die Haushaltssicherung sowie die Erhöhung der Kreisumlage um 2,5 %“

Sehr geehrter Herr Landrat,

„Auf dem Weg in die Haushaltssicherung“, oder „Kreis macht sich blank, um Andere zu schonen“ . . .

So sind heute die Berichterstattungen der beiden örtlichen Zeitungen zur gestrigen Sitzung des Kreisausschusses überschrieben.

Als politisch engagierter Bürger der Stadt Herford lässt mich die jeweilige Berichterstattung natürlich nicht zur Tagesordnung übergehen, zumal der Inhalt der heutigen Presseberichterstattung aufsetzt auf entsprechende Ankündigungen in den Medien der letzten Wochen und Tage.

Alles deutet also darauf hin, dass ausgerechnet der Kreis Herford als einziger Kreis in OWL die Haushaltssicherung anstrebt?

Aber damit nicht genug: Auch die Erhöhung der Kreisumlage um mithin 2,5 % schwebt – wie das Schwert des Damokles – über den laufenden Haushaltberatungen der neun Kommunen des Kreises Herford.

Kalkuliert man als Kreiskommune die Erhöhung der Kreisumlage von vorn herein ein, so kommt sie gewiss. Denn schließlich würde dies der Argumentation des Kreises, dass man in den Kommunen bereits mit einer Erhöhung rechne, Tor und Tür öffnen.

Berücksichtigt man eine evtle. Erhöhung nicht, muss sich der Kämmerer den Vorhalt seiner jeweiligen Kreiskommune gefallen lassen, damit doch schließlich gerechnet haben zu müssen.

Ein „Teufelskreis“ also. Wie man’s macht, macht man’s verkehrt?

Mir stellt sich in dem Zusammenhang die Frage, ob die Haushaltssicherung für den Kreis Herford wirklich unabdingbar ist und weshalb der Kreis – wieder einmal – glaubt, seinen kreisangehörigen neun Kommunen – ungeachtet der ggf. zu beschließenden tatsächlichen Höhe – überhaupt eine Erhöhung der Kreisumlage aufbürden, bzw. zumuten zu dürfen.

Ich bin nämlich – und das möchte ich sehr deutlich sagen – der Meinung, dass der Kreis Herford nicht zwingend ein befristetes „Haushaltssicherungskonzept“ anzustreben braucht.

Auch bin ich der Meinung, dass es – eben mit Rücksicht auf die neun Kreiskommunen des Kreises Herford – nicht zwingend erforderlich ist, die Kreisumlage zu erhöhen.

In dem Zusammenhang möchte ich um die Beantwirtung folgender konkreter Fragen bitten:

  • Ist es zutreffend, dass das Geschäftskonto des Kreises Herford derzeit einen Habenbetrag in Höhe rd. € 15 Millionen aufweist?
  • Ist es ferner zutreffend, dass der Kreis Herford die Ausgleichrücklage in Höhe von rd. € 2,5 Millionen bisher nicht etwa aufgezehrt hat?
  • Ist es auch zutreffend, dass bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einem ausgeglichenen Haushalt im Jahre 2013 – also einer Befristung(!) der Haushaltssicherung – ausgegangen wird?
  • Ist es zutreffend, dass der Kreis streich- oder kürzbare „freiwillige“ Aufgaben zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu streichen und/oder zu kürzen bereit ist?
  • Ist es zutreffend, dass der Kreis Herford – in dem Zusammenhang – bestehende Verträge nicht vorsorglich gekündigt, sondern gar fortgerschrieben hat, bzw. ungekürzt fortzuschreiben gedenkt?
  • Welche Konsolidierungsmaßnahmen hat der Kreis Herford aktuell überhaupt konkret getroffen?

Ich bitte – auch mit Rücksicht auf unsere aktuellen Haushaltsberatungen – höflichst um die sehr zeitnahe Beantwortung der vorstehenden Fragen.

Recht vielen Dank!

Mit freundlichem Gruß
Ihr 
Heinz-Günther Scheffer

Rats-Sondersitzung mit abgespecktem FDP-Antrag

Von Hartmut Horstmann (Herforder Kreisblatt)

Herford (HK). Die Herforder Kommunalpolitiker treffen sich am Freitag, 19. März, zu einer Sondersitzung des Rates. Hintergund des kurzfristig anberaumten Termins ist ein Antrag der hiesigen FDP.

Über den Antrag hatte das HERFORDER KREISBLATT bereits berichtet. Er behandelte die geplante Aufstellung der 5,50 Meter hohen Pylonen am Bergertor, gegen die ein Bürgerbegehren läuft. Um den drohenden Bürgerentscheid zu verhindern, hatten die Liberalen einen anderen Standort vorgeschlagen. Der Rat, so beantragten sie, solle beschließen, das Kunstwerk auf dem Käthe-Elsbach-Platz aufzustellen.

Allerdings hatte die FDP-Fraktion weder mit dem Künstler Dennis Oppenheim noch mit dem Herforder Sponsor gesprochen. Der Künstler habe die Pylonen in dieser Form speziell für den Standort am Bergertor angefertigt, sagt MARTa-Leiter Roland Nachtigäller. Das Aufstellen an einem anderen Ort würde der künstlerischen Konzeption somit widersprechen.

»Wenn Künstler und Sponsor zum Elsbach-Platz Nein sagen, braucht die Politik darüber auch nicht abzustimmen«, erklärt Stadt-Pressesprecher René Schilling. Dieser Punkt des FDP-Antrags sei Geschichte.

Vom Antrag übriggeblieben ist die Frage der Terminierung. Ursprünglich sollte der Rat in seiner Sitzung am 30. April über das Bürgerbegehren gegen die Pylonen am Bergertor befinden. Bleibt der Rat mehrheitlich bei seiner Haltung, die Kunstwerke am Bergertor aufstellen zu lassen, wird aus dem Bürgerbegehren ein Bürgerentscheid.

Dieser soll nach Ansicht der FDP gemeinsam mit den Landtagswahlen am 9. Mai abgehalten werden. Um diesen Termin überhaupt einhalten zu können, müssten die Vorbereitungen für den Bürgerentscheid bereits am kommenden Montag beginnen – daher die kurzfristige Einberufung der Sonderratssitzung.

Auf etwa 30 000 Euro werden die Kosten für einen Bürgerentscheid beziffert, sofern dieser unabhängig von einem anderen Urnengang wie zum Beispiel einer Landtagswahl stattfindet. Zum weiteren Verfahren: Die erforderliche Anzahl der Stimmen für ein Bürgerbegehren haben die »Bürger für Herford« bereits zusammen. Um einen Bürgerentscheid erfolgreich abschließen zu können, benötigt die BfH als Voraussetzung eine Wahlbeteiligung von mindestens 20 Prozent. Wird diese Zahl erreicht und sollte sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer für einen Standort Bergertor entscheiden, werden die Kunstwerke dort auch aufgestellt.

Die Sondersitzung der Herforder Rates am Freitag, 19. März, beginnt um 16 Uhr im Rathaus.

Liberale lassen erstaunen

Es ist schon seltsam: Da beantragt eine Partei eine Abstimmung, ohne zu wissen, ob die notwendigen Voraussetzungen überhaupt vorliegen. Tun sie nicht, wie eine einfache Anfrage beim MARTa, wo die Aufstellung der Pylonen koordiniert wird, ergeben hätte.

Andererseits: Hätte die Fraktion ihren Antrag prüfen lassen, bevor sie ihn stellt, hätte sie ihn gar zurückgezogen, wäre die öffentliche Aufmerksamkeit ausgeblieben.

Die Pylonen am Bergertor abzulehnen, ist eine Sache. Darüber lässt sich streiten. Eine andere Dimension erreicht die Angelegenheit, wenn über den Kopf von Künstler und Sponsor hinweg ein anderer Standort beantragt wird. Dass eine liberale Partei meint, so über das Privateigentum anderer Menschen befinden zu können, lässt erstaunen. Vom Antrag übriggeblieben ist die mögliche Zusammenlegung mit der Landtagswahl. Ein solches Vorgehen würde Geld sparen – immerhin.

Hartmut Horstmann

Ratsmitglied Heinz-Günther Scheffer zur Sondersitzung des Rates

Herford, 16. März 2010  Scheffer: „Als hätten wir sonst keine Sorgen . . .“

„Nun hat der „reitende Bote“ des Bürgermeisters am gestrigen späten Nachmittag die offiziellen Einladungen für eine außerordentliche Sitzung des Rates am Freitag um 16:00 Uhr zur Verteilung an die Ratsmitglieder gebracht. (Sie wurde – der Form genügend – 44-fach an die Briefkästen der 44 Ratsmitglieder zugestellt.)“, berichtet Heinz-Günther Scheffer, Ratsmitgleid der unabhängigen Wählergemeinschaft Liste 2004 – Initiative für Herford„.

Den Antrag zur Sondersitzung des Rates hat FDP-Fraktionschef Lothar Wienböker per 12. März 2010 per Email eingebracht.

Darin erhebt Wienböker die folgenden drei Forderungen:

1. Der Ratsbeschluss wird zurückgenommen
2. Die Pylone werden im MARTa-Quartier aufgestellt
3. Der Bürgerentscheid wird am Tag der Landtagswahl durchgeführt

Darauf hat der Bürgermeister mit verkürzten Fristen den Rat für den 19. März 2010 einbestellt.

Scheffer zitiert aus einer Mail vom 05. März 2010: Darin heißt es u.a. „Ist es i.ü. nicht erstaunlich, dass wir in ein und derselben(!) Ratssitzung am 30. November 2009 u.a. über die Schließung des Theaters und/oder der Musikschule etc. sowie die „safety cones“ sprechen und sodann ausgerechnet die ja wohl kostenneutralen „safety cones“ – und nur diese – den Anlass zu einem groß angelegten Bürgerbegehren liefern sollen?

Dass dieses dann auch noch delikaterweise von einem Löhner(!) Bürger angestoßen wird, impliziert die Frage, welchem Zweck die in diesem Fall auffällig populistischen Aktivitäten überhaupt dienen sollen.

Und natürlich weiß der Initiator des Bürgerbegehrens genau, dass er mit seiner Einsammlung von Unterschriften u.a. in der Fußgängerzone Herfords gegen das Projekt „safety cones“ einen sehr großen Teil von MARTa-Gegnern und Personen, die schlicht „alles“ ablehnen, erreicht, wodurch das Ergebnis nachhaltig verfälscht wird.

Alles mag wichtig sein!

Aber so lange es auch in Herford z.B. Menschen – besonders auch Kinder – gibt, denen es nicht vergönnt ist, z.B. auch nur eine(!) warme Mahlzeit am Tag zu sich nehmen zu können, würde man sich gewünscht haben, dass jemand auf die Idee käme, zu einem solchen Thema ein Bürgerbegehren zu initiieren.

Oder gäbe es da einen zu geringen Zuspruch und – „schlimmstenfalls“ – weniger Werbewirksamkeit in eigener Sache?

Scheffer weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den vorstehend zitierten Zeilen um eine persönliche Meinung handelt.

Viel Vorarbeit, dann der Bagger

Was auf dem Grundstück Höckerstraße 5 passieren wird
VON HARTMUT BRANDTMANN (Neue Westfälische)

Abrissbereit | FOTO: RALF BITTNERHerford. Erleichterung: Auch Bürgermeister Bruno Wollbrink begrüßt die Entscheidung des Ministeriums für Bauen und Verkehr, den Abriss des historischen Geschäftshauses Höckerstraße 5 zu genehmigen (NW berichtete exklusiv): „Bei allem Respekt für den Denkmalschutz, den wir als Stadt mit einer langen Geschichte immer im Blick haben müssen, halte ich die Entscheidung für wichtig. Sie ist ein Signal für die weitere Entwicklung unserer Innenstadt.“ Es liege nun in der Hand des Investors, an dieser zentralen Stelle seine Pläne zu verwirklichen.

Das Haus Höckerstraße 3 gehört in diesen Komplex. Die Besitzerin Christa (77) ist, wie sie auf Anfrage erklärt, bereit, auch ihr Haus abreißen zu lassen: „Sonst wäre das Projekt zu klein.

Besitzer des ehemaligen Wittekind-Kinos ist Raban Woryna – noch.Wenn die Abriss-Genehmigung offiziell ist, übernimmt die Lührs City-Bau-GmbH Niederelbe (Stade) das Haus Höckerstraße 5. Der Besitzerwechsel ist vertraglich in trockenen Tüchern. Andreas Zimmermann, der das Projekt betreut, hatte bereits vor zwei Jahren Kontakt zu Interessenten, Einzelhandelsketten, aufgenommen: Schuhe, Textilien, Geschenkartikel. „DieseFäden werde ich wieder aufnehmen.“ Gleichzeitig wird der Fassadenentwurf überarbeitet und dem Beirat für Stadtbildpflege und später dem Bauausschuss erneut vorgestellt.

Auf den 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche könnten drei Geschäfte entstehen. „Nicht morgen oder übermorgen“, schränkt Zimmermann ein. Der Abriss muss sorgsam geplant, die Auflagen berücksichtigt werden. Der Bauantrag und das Fassadenkonzept gehören ebenfalls in die Planungsphase: „Viel Arbeit im Hintergrund, bevor der erste Stein fällt.“ Diese Vorbereitung dauere länger als die Bauphase, die Zimmermann auf ein Jahr schätzt. „Und eines Tages kommen überraschend die Bagger.“

Für Horst-Dieter Heidbrink, Inhaber des Geschäfts für Taschen und Bademoden, ist das der Anlass, sich zur Ruhe zu setzen. Seit 55 Jahren betreibt der 75-Jährige seinen Laden im Hause Höckerstraße 5. Allein Robby Scharp („Was euch gefällt“) bedauert das Ende des historischen Hauses. „Es hat solch einen Charme, und in dem noch erhaltenen kleinen Kino-Saal hätte man eine feine Gastronomie einrichten können.“

Höckerstraße 5 darf abgerissen werden

NRW-Ministerium stimmt zu: Das frühere Wittekind-Kino kann einem Geschäftsgebäude weichen
VON RALF BITTNER (Neue Westfälische)

Neue Nutzung auf ehemaligen Kinogelände? | FOTO: BITTNER (1), KIEL-STEINKAMP Herford. Nach monatelangem Warten ist die Entscheidung gefallen: Auf dem Grundstück des ehemaligen Wittekind-Kinos, Höckerstraße 5, darf gebaut werden. Das teilte gestern Stephan Heuschen vom Ministerium Bauen und Verkehr mit. Die Stadt Herford hatte die Entscheidung beantragt, um einem Investor den Bau eines Geschäftshauses anstelle des denkmalgeschützten Gebäudes zu ermöglichen.

Dem Abbruchbegehren sei stattgegeben worden, weil sich nach Einschätzung des Ministeriums das Gebäude weder mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand sanieren, noch anschließend wirtschaftlich betreiben lasse, sagte Heuschen. Auch Möglichkeiten einer anderen zulässigen Nutzung seien für das Ministerium nicht erkennbar.

Wie berichtet, hatte ein Investor eine Bauvoranfrage für den Abriss des Gebäudes Höckerstraße 5 gestellt. Er will auf den Flächen Höckerstraße 3 und 5 ein Geschäftshaus mit Einzelhandelsflächen im Erd- und im ersten Obergeschoss errichten. Dabei soll die Fassade so gestaltet werden, dass sich das Stadtbild möglichst wenig verändert. Die Stadt unterstützte das Vorhaben, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe lehnte es ab. Das Ministerium wäre die letzte Instanz gewesen, die den Abriss hätte verhindern können.

Erhaltenswert erschien den Denkmalschützern vor allem eine mutmaßlich barocke Treppe. Nach baugeschichtlichen Untersuchungen des Landesamtes für Denkmalpflege datiert das tragende Kerngerüst des Gebäudes wohl aus dem Jahre 1537. Die heutige Gestalt geht auf einen umfassenden Umbau 1763/64 zurück, den dieKaufmannsfamilie Sieveke vornehmen lassen hatte. 1872 gründete der Kaufmann Emmanuel Weinberg dort eine Bonbon-Kocherei als Ursprung für eine Schokoladenfabrik, in der bis 1912 produziert wurde. Weil es trotz Zukaufs benachbarter Grundstücke an der Höckerstraße zu eng war, bauten die Brüder Bernhard, Julius undHugoWeinberg an derWerrestraße eine neue Fabrik. August D. Salfeld eröffnete am 27. Februar 1913 dort die „Wittekind-Lichtspiele“ als drittes Kino in Herford neben dem bereits bestehenden „Lichtspielhaus“ und den „Victoria-Lichtspielen“.

1927 wurde das Gebäude umgebaut. Die Spiegeldecke im Durchgang von der Höckerstraße zum eigentlichen, bereits abgerissenen, Kinosaal dürfte aus dieser Zeit stammen. Da die Treppe über drei Etagen reiche, das ursprüngliche Gebäude aber nur über zwei Stockwerke verfügt habe, könne die Treppe nicht aus dem Barock stammen. Diese Einschätzung vertrat der inzwischen verstorbene damalige Besitzer Sixtus Woryna bei einem Ortstermin mit Bauausschuss-Mitgliedern im Frühjahr 2008. Zuletzt war die Projektentwickungsgesellschaft Niederelbe, die bereits Ladenlokale an der Bäckerstraße (Mayersche Buchhandlung) realisiert hat, als Investor im Gespräch.